Laura G. für DOVE

Wir sind der Meinung, dass das Thema Bodyshaming jeden etwas angeht. Unser liebe Laura hat sich für die DOVE Kampagne „Gemeinsam gegen Bodyshaming“ in einen lebendigen Instagrampost verwandelt. Sie stellte sich der Herausforderung und setzt somit ein Zeichen gegen Hass-Kommentare im Netz.

Liebe Laura. Magst du dich in ein paar Sätzen vorstellen? Verrate uns gerne, was so typisch Laura ist.

Ich bin Laura, 24 Jahre jung, wohne in Hamburg und arbeite als freie Redakteurin und Curvy Model. Typisch Laura ist, sich Listen zu schreiben (egal für was, ob einkaufen, To-Dos, oder Weihnachtsgeschenke) und mit Freunden in meiner Lieblingsbar einen Aperol-Spritz zu trinken.

Du bist das Gesicht der neuen DOVE Kampagne „Gemeinsam gegen Bodyshaming“. Wie stehst du zu dem Projekt? 

Ich supporte dieses Projekt mit vollem Herzen. Bodyshaming ist so gemein und verletzt deren Opfer nachhaltig. Insbesondere online passiert es so schnell und häufig, dass man oft gar nicht weiß, wie man damit umgehen soll. Sowohl als Betroffene*r oder als Zeug*in kann Bodyshaming und Mobbing sehr überfordernd sein. Aber dieses Projekt hat mir gezeigt, dass man nicht allein ist. Sowohl im Netz als auch im wahren Leben gibt es Mitmenschen die für einen da sind. Die auf viel mehr achten, als nur auf den Körper. Sie nehmen Dinge wahr, denen man sich selbst gar nicht bewusst war. Wie zum Beispiel die eigene Ausstrahlung. Die DOVE Kampagne ist eine tolle Demonstration dafür, dass man verletzenden Stimmen und Kommentaren keinen Raum geben darf. Sich für einander stark zu machen, auf die Community zu zählen, Konten zu blockieren oder Kommentare zu löschen sind ein guter Weg um ein Zeichen zu setzen und Support zu zeigen.

In dem Videoclip der Kampagne sitzt du in einem nachgebauten Instagram Post. Wie hast du dich in dieser Position gefühlt?

Zu aller erst habe ich mich sehr exponiert gefühlt. Es war schon ein wenig befremdlich in Unterwäsche, wie auf einem Podest zu sitzen. Alle Blicke auf mich gerichtet. Aber das Team um mich herum hat mir ein sehr gutes Gefühl gegeben und sobald die erste Passantin so toll auf die ganze Situation reagiert hat, war meine Nervosität sofort verflogen. Das Projekt hat mich persönlich ein ganzes Stück weiter gebracht. Es war wie eine kleine Challenge, der ich mich stellen musste, um über mich selbst hinaus wachsen zu können. Also Danke an DOVE! Ich hoffe sehr, dass auch viele Zuschauer*innen etwas davon mitnehmen konnten.

Mit deinen 2.443 Followern hast du schon eine größere Reichweite und bietest damit auch automatisch eine größere Angriffsfläche. In welchem Ausmaß musstest du dich schon mit Bodyshaming Kommentaren auseinandersetzen? Sind deine Erfahrungen ähnlich, wie in dem Videospot?

Mit wachsender Followeranzahl wird die Angriffsfläche auf jeden Fall größer und auch ich hatte schon ein paar Kommentare, die mich leider sehr aus der Bahn geworfen haben. Zum Glück habe ich aber eine tolle Community um mich herum, die mir beisteht. Nachdem ich das Kommentar gelöscht und den Nutzer blockiert habe, ging es mir dann sehr viel besser. Es ist definitiv ein Lernprozess gemeine Anmerkungen nicht an sich heran zu lassen und seine Energie nicht an solchen frustrierten und provozierenden Menschen zu verschenken.

Mal weg von den Hass- Kommentaren. Was war das schönste Kompliment, das dir jemand einmal gemacht hat?

Eines der schönsten Komplimente, das ich je bekommen habe ist, dass ich durch meine Ausstrahlung, mein Auftreten und den natürlichen Umgang mit meinem Körper anderen dazu inspiriere, sich ein bisschen mehr zu lieben. Das ist das schönste Gefühl überhaupt!

Die Themen Bodyshaming und Bodypositivity werden in der Gesellschaft immer präsenter. Viele Unternehmen und Influencer versuchen verschiedenste Projekte umzusetzen. Findest du die Herangehensweisen richtig oder gibt es etwas, das aus deiner Sicht vergessen wird?

Ich finde es auf jeden Fall toll, dass mehr und mehr dicken und diversen Körper eine Plattform gegeben wird. All die tollen Frauen, mit denen ich mich identifizieren kann, hätte ich gern schon in meiner Jugend in Magazinen, im Fernsehen und Co. gesehen. Allerdings denke, dass immer noch nicht jeder verstanden hat, dass Fettfeindlichkeit ein großes und vor allem systematisches Problem ist. Zwar sieht man jetzt mehr Plus-Size Körper vor der Linse, aber hinter den Kulissen fehlt es oft noch an Diversität. Dicke Menschen wollen mehr sein als nur ein Trend oder die Quote in einer Kampagne. Es bedarf noch sehr viel Aufklärung und De-Mystifizierung rund um die Themen Diätkultur, Bodypositivity und Körperakzeptanz.

Als ich durch dein Instagram Account gestöbert bin, ist mir aufgefallen, dass deine anfänglichen Posts unauffälliger sind als jetzt. Wann hast du dich dazu entschieden, dich auf Instagram präsenter zu zeigen und wie findest du deine Entwicklung dort?

Ich schaue unglaublich gern durch mein Profil, denn es zeigt meine Entwicklung, auf die ich sehr stolz bin. Mittlerweile liebe ich es mich frei zu zeigen, ob mit oder ohne Make-up, oder im Bikini. Das war nicht immer so. Ich bin sehr dankbar dafür, wie weit ich auf meinem Selbstliebe-Weg schon gekommen bin und hoffe einfach anderen Mut zu machen und zu inspirieren.

Dein Account strahlt voller Natürlichkeit, Lächeln und einer großen Portion Fashion. Was ist dir besonders wichtig den Mädels da draußen zu zeigen? Was ist deine Motivation?

Instagram ist natürlich eine Selbstdarstellung und mir macht es Spaß mit Mode zu spielen und mich zu präsentieren. Das schönste an dieser Plattform ist aber die Community. Ich liebe es mich anderen dicken Personen auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und Tipps zu bekommen oder zu geben. Für mich ist Instagram ein Medium in dem ich mich nicht ausgeschlossen fühle und das gleiche Gefühl möchte ich anderen vermitteln. 

Viele Frauen und Männer haben Probleme ihren Körper in Liebe zu betrachten. Fiel es dir schon immer leicht deinen Körper zu akzeptieren oder gab es Zeiten, in denen du ein unsicheres Körpergefühl hattest. 

Sehr lange hatte ich ein sehr schlechtes Verhältnis zu meinem eigenen Körper. Schon als Kind und Jugendliche habe ich viele Diäten mitgemacht und habe geglaubt, dass ich nur dann wertig und geliebt werden kann, wenn ich schlank bin. Mich von diesem Gedanken zu befreien, der leider durch viele kleine Anmerkungen, Bilder und Strukturen gefestigt werden, hat eine Weile gedauert. Mir tat es damals gut von allem was ich kannte Abstand zu nehmen. Ich habe nach der Schule ein Jahr im Ausland gelebt und habe mich dort neu finden können. Durch den Zugang zur Plus-Size Community habe ich außerdem sehr viel gelernt. Die Erfahrungen anderer haben mir geholfen, mich wieder lieben zu lernen.

Am Ende der Fragenrunde verlassen wir die Vergangenheit und schauen in die Zukunft. Was sind deine nächsten Ziele und Projekte?

Ich gehe eigentlich immer mit offenen Armen in die Zukunft und freue mich auf alles was noch so kommen mag. Ich habe große Lust auf weitere Model-Jobs und in dem Beriech weitere Erfahrungen zu sammeln. Als Redakteurin arbeite ich gerade auch an vielen spannenden Projekten und freue mich da sehr auf die Resultate. Und vielleicht werde ich im nächsten Jahr noch mein Masterstudium beginnen. Ich freue mich natürlich auch auf meine geplanten Urlaube und Reisen, die hoffentlich alle stattfinden können in der aktuellen Lage. Im Großen und Ganzen freue ich mich einfach auf die Zukunft und glaube fest daran, dass noch viele tolle Dinge auf mich zukommen werden.